Troubleshooting - Dr. Christian Pinter - Fototipps

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Troubleshooting

"Alles was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen!"

So lautet, in stark verkürzter Form, "Murphys Gesetz". Es ist nach dem 1990 verstorbenen Air Force-Ingenieur Edward Murphy jr. benannt - und natürlich kein Naturgesetz, sondern bestenfalls eine Lebensweisheit. Für verschworene Optimisten ist der Spruch ein rotes Tuch: Beim Fotografieren von Himmelsobjekten schlägt Mr. Murphy dennoch häufig zu.

Sein Gesetz wurde nämlich für komplexe Systeme erdacht. Und komplex ist das Zusammenspiel der Komponenten auch hier.
Teleskopoptik, Teleskopmontierung, Kameras, Kabel, Hubs, Konverter, Notebook, Software zur Kamera- und zur Teleskopsteuerung, Stromversorgung - alles soll funktionieren. Und das trotz etwaiger Beeinträchtigungen durch den Transport oder durch die ungünstigen Umweltbedingungen (Feuchtigkeit, Kälte). Dunkelheit und Übermüdung provozieren außerdem Fehler beim Aufbau bzw. der Bedienung: Meiner Erfahrung nach spinnt oft etwas.

Kabelsalat: Nicht jedes USB-Kabel, nicht jeder USB-Hub muss mit Kamera und Teleskop reibungslos zusammenarbeiten. Am besten, man reproduziert eine einmal bewährte Konfiguration immer wieder - und das bis ins Detail.



Praxisbewährte Tipps:
COMPUTER & TREIBER

  • Klingt dumm, hilft erstaunlich oft: runterfahren, ausschalten, einschalten, wieder hochfahren.

  • Überprüfen Sie bei Problemen die Existenz und Aktualität der Treiber der angesteuerten Geräte, ebenso der ASCOM-Plattform und der EOS Utility (Versionsnummer 2). Treiber können offenbar auch "verschwinden" (besser: nicht mehr vom Notebook gefunden werden). Mitunter hilft nochmaliges Aufspielen der (aktualisierten) Treiber weiter. Falls Sie nicht immer mit dem Internet verbunden sind, legen Sie sich am besten eine "Treiberbibliothek" an.

  • Checken Sie den COM-Port im Gerätemanager (im Feld "Ausführen" eintippen: devmgmt.msc). Er muss bei allen Programmen, die auf das entsprechende Gerät (z.B. das Teleskop) zugreifen, die gleiche Nummer besitzen.


KABEL

  • Sollten Sie einen Adapter verwenden, der von USB auf RS232 wandelt - auch er braucht einen Treiber!

  • USB-Kabel "verlieren" Daten mit steigender Länge. Ab etwa 5 Metern Länge empfehlen sich Repeater-Kabel.

  • Prüfen Sie alle Verbindungen zwischen Geräten und Kabeln, aber auch die Verbindungen zwischen Kabeln und Verlängerungskabeln. Gerade im Feld rutschen Stecker leicht ein wenig aus den Buchsen.

  • Die USB-Schnittstelle liefert 5 Volt. Am USB-Kabel hängende Geräte werden also bestenfalls mit 5 V versorgt. Wenn mehrere Geräte am USB-HUB stecken, empfiehlt sich ein Hub mit eigenem Netzgerät.

  • Ein aktiver USB-Hub kann versagen, wenn sein Netzgerät zwar am Hub aber nicht am Stromnetz angeschlossen ist!

  • Verwenden Sie stets exakt jene Anschluss- und Verlängerungskabel, die sich für ein Gerät bereits bewährt haben. Das gleiche gilt für die USB-Anschlüsse am Notebook sowie die Anschlüsse an den USB-Hubs. Kennzeichnen Sie diese nach Möglichkeit. Was gleich aussieht und formal vielleicht sogar die selbe Spezifikation besitzt, kann in Wirklichkeit zu durchaus unterschiedlichen Ergebnissen führen. Selbst die einzelnen USB-Ports am Notebook können unterschiedliche Übertragungsgeschwindigkeiten bieten.

  • Allerdings können Kabel auch beschädigt sein, speziell an Knickstellen. Das mag sich in Verbindungsabbrüchen oder "sprunghaftem" Verhalten äußern.


AVIs

  • Planeten-AVIs sind etliche Gigabyte groß, RAW-Bilder benötigen ebenfalls viel Platz. Achten Sie auf ausreichend viel Platzreserve auf der Kameraspeicherkarte und der Festplatte. Nicht immer kommt es hier zu klaren Fehlermeldungen.

  • Falls sich Planeten-Videos nicht weiterverarbeiten lassen, kann das am gewählten Codex liegen. Rettungsversuch: Mit VirtualDub öffnen und neu als AVI speichern (File/Save as AVI).

  • Falls sich Planeten-Videos nicht weiterverarbeiten lassen, sind sie möglicherweise zu groß. Kürzen Sie deren Länge, z.B. mit VirtualDub.

  • Drehen Sie nicht eines, sondern zwei Planetenvideos - zur Sicherheit. Stellen Sie dazwischen eventuell neu scharf.

  • Treten "Zwiebelringe" ("onion rings") auf nachgeschärften Planetenbildern auf, dann war das zugrunde liegende AVI sehr wahrscheinlich zu knapp belichtet. Steigern Sie das Gain beim Aufnehmen.

  • Flackert das Monitorbild beim Aufnehmen der AVIs, sollen womöglich mehr Frames pro Sekunde verarbeitet werden, als Kamera, Schnittstelle oder Notebook vertragen. Stellen Sie einen langsameren fps-Wert fürs Recording ein. Verwenden Sie den schnelleren fps-Wert eventuell beim Fokussieren.

  • Fällt das Fokussieren ungewöhnlich schwer, weil kaum Details auf dem Monitor zu erblicken sind, mag das an besonders hoher Luftunruhe liegen. Sie kann wetterbedingt, aber auch "hausgemacht" sein (Thermik nahe bzw. vor dem Teleskop).


TELESKOP

  • Teleskope und andere Geräte verhalten sich bei stark gesunkener Batteriespannung mitunter seltsam. Auch der Spannungswahlschalter am Netzgerät könnte verstellt sein - Vorsicht!

  • Mitunter besitzen Netzteile mit unterschiedlicher Spannung die gleichen Stecker. Achten Sie dann unbedingt darauf, Netzteile nicht zu verwechseln! Ich habe da schon einmal bittere Erfahrungen gemacht.

  • Bleibt das Bild trotz ruhiger Luft unerwartet arm an Details, oder scheint das Scharfstellen unmöglich zu sein, überprüfen Sie die Kollimation Ihres Spiegelteleskops.


KAMERA

  • Halten Sie für fundamental wichtige Elemente - dazu zählen z.B. Akkus - Ersatz bereit. Der LiveView und der Monitor der Kamera brauchen viel Strom. Auch Kälte lässt Akkus schneller erschöpfen.

  • Wenn Sterne zu Strichen werden: Striche in Ost-West-Richtung ("links-rechts") deuten eventuell eine fehlerhafte Fernrohrnachführung an. Striche in Nord-Süd-Richtung ("oben-unten") können vom schwingenden Kameraspiegel stammen (daher: Spiegelvorauslösung einsetzen). Striche quer zu den genannten Richtungen mögen auf eine ungenaue Teleskopaufstellung hinweisen.


SOFTWARE

  • Software bietet oft die Möglichkeit, Konfigurationen abzuspeichern. Speichern Sie jene, die funktionieren. Im Problemfall rufen Sie die gewünschte Konfiguration einfach wieder auf.


AUFBAU

  • Zeichnen Sie Pläne der benutzten Komponenten und folgen Sie diesem Plan beim Aufbau - speziell dann, wenn Sie viele Adapter, Zwischenringe und ähnliche Teile besitzen.

  • Nehmen Sie sich, falls möglich, genügend Zeit für den Aufbau der Ausrüstung. Er fällt in der Dämmerung in der Regel leichter als im Dunklen.


VORBEREITUNG

  • Testen Sie das Zusammenspiel der Komponenten schon daheim "im Trockenen" - und nicht erst unter dem Sternenhimmel.

  • Machen Sie sich mit den Funktionen Ihres Teleskops, Ihrer Kamera und Ihrer Software ebenfalls schon vor dem nächtlichen Einsatz vertraut.

 
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