Deep Sky Fotografie - Bearbeitung - Dr. Christian Pinter - Fototipps

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Deep Sky Fotografie
Bearbeitung
Die Bildbearbeitung erfordert einige Einarbeitungszeit und beginnt mit dem Stacking der Fotos. Anschließend ist Nachbarbeitung nötig.
Das Stacking
Recht komfortabel gelingt das mit der Freeware DeepSkyStacker.  Man versorgt das Programm mit den vielen Lightframes, Darkframes, Bias-Aufnahmen und Flatframes. Das geht übrigens auch mit Drag & Drop. Schließlich zeigt DSS eine Liste mit all diesen Fotos an.
Liegen keine RAWs sondern nur JPGs vor, muss man die JPGs zunächst mithilfe einer Konverter-Software ins TIF-Format verwandeln.


Der Pluto (Pfeil) am 29./30.6.2016 - ganz tief über Wien:

Hier hatte ich leider vergessen, die Kamera auf RAW bzw. CR2 zu stellen und musste die jpgs daher zuerst konvertieren - eine Notlösung.
DSS legt zunächst die Lightframes sternengenau übereinander und schafft so ein Masterlightframe. Aus den Darkframes ermittelt es ein Masterdarkframe, aus den Bias-Fotos ein Masterbias-Foto und aus den Flatframes ein Masterflatframe. Diese vier Master-Fotos sind nun verhältnismäßig rauscharm.

Schließlich zieht DSS - salopp gesagt - das Masterdarkframe, das Masterbias-Foto und das Masterflatframe vom Masterlightframe ab. Resultat ist ein rauscharmes, eher gleichmäßig ausgeleuchtetes Summenfoto. Der ganze Vorgang erfordert Zeit und belastet den Prozessor merklich.

DSS bietet etliche Einstellungsmöglichkeiten. Ich verwende als Ausgangspunkt jene, die Peter Knappert (www.black-forest-astrophotography.de) angibt. Der erste Punkt dürfte aber stark von der jeweiligen Kamera abhängen; da weiche ich ab. Falls Besitzer der Canon 1000D nur CR2s mit Grünstich im DSS sehen: "Unter RAW/FITS DDP-Einstellungen" die Option "Schwarzpunkt auf Null setzen" ABWÄHLEN.

  • RAW/FITS - RAW Dateien: Helligkeit 3.000, Rot-Scala 1.1500, Blau-Scala 1.0500; Autom. Weißabgleich verwenden, Adaptive Homogenety-Directed Interpolation
  • Stacking Parameter:  Standard Modus, REGB-Kanäle im Endbild ausrichten. Hier und unter den folgenden Reitern jeweils: Die Priorität des Worker-Threads reduzieren; Alle verfügbaren Prozessoren verwenden
  • Light: Durchschnitt; Hot Pixel erkennen und entfernen; Dark Optimierung
  • Flat: Median
  • Ausrichtung: Bilinear
  • Kosmetik: Erkennen und Entfernen der verbliebenen Hot-Pixel (Schieber auf: 1 Px, 68.4 Px), Erkennen und Entfernen der verbliebenen Cold-Pixel (Schieber auf: 1 Px, 69.3 Px)
  • Ausgabe: Ausgabedatei erstellen; Autosafe.tif; Nummerieren um ...; Ausgabedatei im Ordner des Referenzframe erstellen
  • Speichern unter: TIFF Bild (16 Bit/K); Anpassungen im gespeicherten Bild einbetten aber nicht anwenden

Ausprobieren anderer Einstellungen ist zeitaufwendig: Am besten z.B. nur 3 Lights, 3 Darks, 3 Flats und 3 Bias-Aufnahmen auswählen; diese Auswahl als Dateiliste abspeichern und damit herumexperimentieren.  
Nachbearbeitung
Das resultierende Summenbild wirkt dunkel und arm an Farben. Man speichert es im TIF- oder im FITS-Format ab (notfalls auch über die Zwischenablage) und bearbeitet es dann mit seiner favorisierten Fotosoftware weiter.

Es geht nun darum, möglichst viele Sterne aus dem Himmelshintergrund heraustreten zu lassen, ohne Artifakte durch das verbliebene Bildrauschen oder die Himmelsaufhellung zuzulassen. Deshalb arbeitet man vor allem mit den Reglern für Präsenz, Kontrast, Tiefen, Mitteltöne und Lichter. Oft wird man den Weißabgleich verbessern und dann in einem nächsten Schritt die Sättigung erhöhen.
Der junge, offene Sternhaufen M11 im Sternbild Schild. Das Foto entstand aus jeweils 15 Sekunden langen Einzelbelichtungen.
Es ist unglaublich, was man z.B. mit Adobe Lightroom aus einem matt anmutenden Summenbild herausholen kann.
Der uralte Kugelsternhaufen M3 im Bootes. Hier wurden mehrere Fotos von jeweils 15 Sekunden Belichtungszeit mit dem DeepSkyStacker verarbeitet. Viel länger hätte ich unter dem Wiener Stadthimmel nicht belichten dürfen.
 
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