Brennweite, Bildfeld, Bildlage - Dr. Christian Pinter - Fototipps

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Astrometrie
Wichtige Parameter: Brennweite, Bildfeld, Bildfeldlage

Bei der Analyse eine Bilds gibt die Software interessante Informationen über die Brennweite, das Bildfeld und die Bildlage aus.
Die Brennweite - nicht unbedingt konstant
Die Brennweite ist normalerweise konstant - außer man schaltet brennweitenreduzierende Shapley- oder brennweitenverlängernde Barlowlinsen bzw. Telekonverter vor.


Ein Telekonverter von Dörr und eine Shapley-Linse von Meade. Beide lassen sich mittels T2-Gewinde in den Strahlengang des Teleskops schrauben.
Außerdem ist sie bei Schmidt-Cassegrain-Teleskopen wie z.B. dem LX90 in Wahrheit etwas variabel. Sie können ja auch scharfstellen, obwohl Sie zuvor den Abstand der Kamera zum Teleskoptubus verlängert haben. Und eben dabei wird die Brennweite gesteigert.

Wie obige Auswertung zeigt, liegt sie in meinem Fall bei 2058 mm - also über dem Nominalwert von 2000 mm.
Das Bildfeld
Von der realen Brennweite - und von den Abmessungen des Kamerasensors - hängt auch die Größe des Bildfelds ab.

Es soll es möglichst viele Anhaltssterne umfassen. Daher könnte man versucht sein, die Brennweite mittels einer Shapley-Linse zu reduzieren. Andererseits steigt die Genauigkeit der astrometrischen Messung mit dem Abbildungsmaßstab: Und der erfordert eine möglichst hohe Brennweite. Eventuell sind, je nach Zielobjekt und seinem Umfeld, Kompromisse nötig.

Mit der Canon 1000D direkt am LX90 erziele ich, wie die obere Auswertung belegt, ein Feld von 36 mal 24 Bogenminuten.
Die Bildfeldlage
Die Lage des Bildfelds wird ebenfalls von der Software ermittelt. Am Alltag drückt man sie vereinfacht durch die Begriffe "Querfomat" bzw. "Hochformat" aus.

In der Astronomie beschreibt man sie relativ zum äquatorialen Koordinatensystem. Dabei wird der Winkel immer gegen den Uhrzeigersinn gezählt, und zwar normalerweise vom Norden aus. Der All Sky Plate Solver orientiert sich in obigem Beispiel aber offensichtlich am Süden.
Standardgemäß wird die Kamera so ausgerichtet, dass oben möglichst genau der himmlische Norden oder der Süden ist. Bei äquatorial montierten Teleskopen geht das recht einfach.

Bei altazimutaler Montierung ändert sich der Bildfeldwinkel hingegen fortwährend. Im Osten und Westen erfolgt die Drehung am raschesten, im Norden und Süden am langsamsten.
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