Flatfield-Leuchttisch - Dr. Christian Pinter - Fototipps

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Nützliche Hilfsmittel > vor dem Objektiv
Leuchttisch für Flatframe-Aufnahmen

Bei der Deep-Sky-Fotografie muss man unter anderem auch Flatfield-Fotos schießen. Damit soll der zum Bildfeldrand hin deutliche Helligkeitsabfall ausgeglichen werden. Sogar Staubteilchen auf dem Sensor lassen sich unter Zuhilfenahme solcher "Flats" wegrechnen.

Prinzipiell könnte man am folgenden Tag einfach den blauen oder grauen Himmel fotografieren, speziell wenn man mit sehr großen Brennweiten und entsprechend kleinem Bildfeld arbeitet. Allerdings darf sich die Kameraposition am Rohr zwischen den Lights und den Flats keinesfalls verändern. Auch am Fokus darf nicht gedreht werden. Je mehr Zeit verstreicht, desto schwieriger ist diese Forderung zu erfüllen.
Amateure haben daher einige Tricks für Flats entwickelt. Manche fotografieren z.B. die Innenseite der angestrahlten Sternwartekuppel. Wer gerade keine Kuppel über sich hat, mag Leuchtfolien einsetzen (Beispiel 1, 2, 3; eigenen Objektivdurchmesser beachten!).

Ich verwende dazu meinen schon früher gekauften Leuchttisch. Solche Geräte funktionieren auf LED-Basis und dienen meist zum Durchpausen von Grafiken oder zum Diasortieren. Sie sind deutlich preiswerter als spezielle Leuchtfolien.
Mein Leuchttisch wird von einem Netzgerät mit USB-Anschluss oder vom Notebook gespeist. Ich drücke ihn ganz leicht ans Teleskop und belichte dann meine Flat-Serie. Zum Glück habe ich von Anfang an die zarte Schutzfolie draufgelassen - sonst würde er bei diesem Manöver vermutlich Kratzer abbekommen.


Nachteile:

  • Der Leuchttisch liefert ein sehr helles Bild, das extrem kurze Belichtungszeiten bedingt. Bei kurzen Belichtungen kann das Bildfeld aber anders ausgeleuchtet werden als bei langen (Schuld sind Kameraspiegel und Verschluss). Zur starken Lichtreduktion nütze ich den Rückendeckel einer weißen Plastikmappe als farbneutrales Filter.

  • Diese Lichtquelle gibt wohl kein kontinuierliches Spektrum ab. Bei Aufnahmen mit Schmalbandfiltern könnte man hier leicht in einer spektralen "Lücke" landen.


Wichtig ist jedenfalls, dass bei den Flats kein einziger Bildteil völlig unter- oder überbelichtet wird. Es darf also kein Pixel wirklich schwarz oder wirklich weiß geraten. Die resultierende Bildserie soll einfach grau wirken. Ich setze dazu auf die Belichtungsautomatik meiner Spiegelreflexkamera ("Av").
Leselicht als Alternative
Einfacher zu handhaben ist eine anklemmbare Leselampe, die ich für nächtliche Tastatureingaben sowieso am Notebook-Monitor befestigt habe.

Die beiden Schwanenhälse lassen sich gut biegen, so dass man mit den LEDs auch die Balkonwand anstrahlen kann.

Auf diese Wand wird dann das Teleskop ausgerichtet, sicherheitshalber mit der Streuscheibe vor dem Objektiv.

Im Lampenfuß ist ein Akku integriert. Er lässt sich mittels USB-Anschluss aufladen.

Die Ausleuchtung ist aber nicht ganz so gleichmäßig wie beim Grafik-Tablet.
 
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