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Mond mit Dwarf 3 - Dr. Christian Pinter - Fototipps

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Dr. Christian Pinter
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Mein Dwarf Workflow für den Mond

Der folgende Workflow hat sich bei mir für Dwarf 3 Mondfotos bewährt. Weil das Gerät in wenigen Minuten betriebsbereit ist, lassen sich selbst kurze Wolkenlücken nützen.

Berücksichtigt sind bereits die neue Firmware und die Dwarflab-App, herausgegeben im Februar 2026.


MONDFOTOS AUFNEHMEN

    • Dwarf aufstellen - möglichst äquatorial
    • Dwarf 3 grob in Richtung des Mondes drehen (Gehäuse und Linsen)
    • Dwarf 3 einschalten
    • Modus Sonnensystem wählen
    • Mond auswählen
    • Modus Tele wählen
    • Modus Foto auswählen (Movie und Burst liefern nur komprimierte Fotos)
    • FITS auswählen (unkompromiert)
    • Cropping 2x wählen (1080 p)
    • Tracking aktivieren
    • Filter: VIS wählen, eventuell ASTRO
    • Gain (Verstärkung): 0
    • Passende Belichtungszeit einstellen (Anhaltswert: 1/400 s)
    • Aufnahmezahl einstellen (ein paar hundert Fotos)
    • Autofokus aktivieren
    • Auslösen (großer runder Button) und warten
Eines von mehreren Dutzend Einzelfotos
Danach verbindet man das Gerät mit dem PC.

Jetzt hat man mehrere Optionen:

  • Im Geräteordner Astronomy findet man einen neuen Unterordner. Darin liegt u.a. ein vom Dwarf 3 bereits angefertigtes, gestacktes Summenbild namens stacked ....... .png. Diese Datei mag man gleich mit WaveSharp öffnen (siehe hier) oder, noch schneller, der favorisierten Bildbearbeitung zum Schärfen übergeben (siehe hier).

  • Vor allem aber ist der Ordner voll mit vielen fits-Dateien. Diese kann man in den PC kopieren und mit Autostakkert! zu einem Summenbild stapeln. Vorteil: Dabei werden die schlechteren Fotos automatisch aussortiert.

Vergleichsfotos beider Varianten sehen Sie hier.


FOTOS STACKEN MIT AUTOSTAKKERT! (AS!)

    • Alle einzelnen Mondbilder dieser Serie in den PC transferieren
    • Diese Bilder in AutoStakkert ziehen
    • Image Stabilization: Surface (nicht Planet) wählen
    • Grünen Anker auf Flecken ziehen
    • Schaltfläche Analyse drücken
    • Danach die Alignmentpunkte nur auf die Flecken setzen
    • Ja keine Punkte außerhalb des Mondes setzen
    • Schauen, wo Quality Graph scharf abbricht oder unter 50% fällt
    • Entsprechende Prozentzahl abschätzen und unter Frame Percentage eintragen
    • Das mögen z.B. 25%, 35% oder 50% sein
    • Falls nur ein SW-Bild mit Raster angezeigt wird, in AS! unter Colour experimentieren
    • Stacken und Resultat speichern
Stacking mit Autostakkert
SUMMENBILD MIT WAVESHARP SCHÄRFEN

    • Summenbild direkt vom Dwarf oder von Autostackert! in waveSharp öffnen
    • Mit Regler des obersten Sharpenfilters experimentieren, bis Artefakte auftauchen
    • Mit Histogrammreglern Helligkeit und Kontrast steuern
    • Wieder speichern
Schärfen mit waveSharp
GESCHÄRFTES SUMMENBILD IN BILDBEARBEITUNGSPROGRAMM ÖFFNEN

    • Letzter Schliff für das geschärfte Summenbild in favorisierter Bildbearbeitung
    • Bild vielleicht auch etwas verkleinern
    • Vielleicht etwas abdunkeln
    • Danach eventuell noch etwas nachschärfen
Das Ergebnis
Beim Schärfen muss man einen erträglichen Kompromiss suchen: Ist man zu konservativ, gehen Details verloren. Übertreibt man, wirken manche Strukturen gekünstelt. Im Bild oben schauen Krater recht gut aus, dafür bekamen Mondmeere aber schon einen gemäldeartigen Touch.

Mondmeere und Krater besitzen den selben Ursprung, entstanden alle beim Einschlag von Himmelskörpern. Die Meere entstammen besonders heftigen Impakten und wurden mit hochsteigendem Magma aus dem Mondinneren gefüllt. Wegen der leicht differierenden Zusammensetzung der Lavadecken sehen wir unterschiedliche Schattierungen von Grau. Die Fotografie hält außerdem Farbnuancen fest: Andeutungsweise gelingt dies auch dem Dwarf.
Automatisch und manuell gestackt - der Mond am 25.2.2026:

Ein Bild hat das Dwarf selbst gestackt (Datei: stacked... .png). Für das andere wurden, wesentlich umständlicher, die besten fits-Dateien mit Autostakkert gestackt und dann mit waveSharp geschärft. Mit dem Bildbearbeitungsprogramm Photofiltre erfolgte in beiden Fällen ein finaler Abgleich in Helligkeit und Kontrast.

Erkennen Sie einen Unterschied? Bei dieser Vergrößerung ist er nicht ersichtlich: Das manuell gewonnene Summenbild (rechts) ist allerdings größer als das von Dwarf automatisch erstellte (links) und wurde hier herunter skaliert.
Alle Angaben ohne Gewähr
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