Dwarf Workflow: Mond
Der folgende Workflow hat sich bei mir bewährt, wenn ich mit dem Dwarf 3 Mondfotos mache.MONDFOTOS AUFNEHMEN MIT DEM DWARF
- Dwarf aufstellen - azimutal reicht
- Free Mode wählen (Tageslichtfotografie)
- Achtung: Hierbei ist die Nachführung ausgeschaltet
- Mond manuell bzw. mit den Richtungspfeilen ansteuern
- Filter: VIS wählen
- Gain (Verstärkung): auf Null stellen
- Belichtungszeit: zu obigem passend suchen (Anhaltswert: 1/60 - 1/100 s)
- Wenn augenscheinlich korrekt belichtet wird, Mond knapp links der Bildmitte platzieren
- Autofokus erst jetzt drücken
- Ein paar Dutzend Fotos in rascher Folge händisch auslösen, ohne Pause dazwischen
Eines von mehreren Dutzend Einzelfotos
FOTOS STACKEN MIT AUTOSTAKKERT
- Alle einzelnen Mondbilder dieser Serie in den PC transferieren
- Diese Bilder in AutoStakkert ziehen
- Image Stabilization: Surface (nicht Planet) wählen
- Den Frames Regler in die Mitte ziehen
- Grünen Anker auf den Mond ziehen
- Schaltfläche Analyse drücken
- Tauchen unter Surface Stabilization Zeichen wie ! und @ auf, muss PIPP her (s.u.)
- Den Frames Regler jetzt ganz nach links (bestes Frame) ziehen
- Alignmentpunkte auf die Mondlandschaften setzen, v.a. auf Krater
- Schauen, wo Quality Graph scharf abbricht oder unter 50% fällt
- Knapp davor Prozentzahl abschätzen und unter Frame Percentage eintragen
- Das mögen z.B. 50% sein
- Hat man 100 Fotos geschossen, nimmt man z.B. nur die besten 15%
- Eventuell 1,5x oder 3x drizzeln
- Stacken
STABILISIEREN MIT PIPP - FALLS ERFORDERLICH
Falls das Stacking zwei oder mehrere zueinander versetzte Mondbilder zeigt und erwähnte Sonderzeichen - !@ - im Autostakkert auftauchen, prüft man zunächst, ob man versehentlich Bilder unterschiedlicher Nächte zusammengewürfelt hat.Falls diese Fehlerquelle ausscheidet, hat sich der Mond zwischen den Belichtungen zu sehr weiter bewegt. Noch ist nicht alles verloren, denn man kann den flinken Mond mit PIPP ruhig stellen und zentrieren. Die Resultate dieses Zwischenschritts übergibt man wieder Autostakkert. Hier die wichtigsten PIPP-Einstellungen:
- Reiter Source Files: Join-Modus und Solar/Lunar FULL Disk auswählen
- Reiter Processing Options: Convert to Monochrome abwählen
- Reiter Processing Options: Centre Object in Each Frame
- Reiter Processing Options: Enable Cropping mit 1200 Pixel in X und Y
- Reiter Output Options: TIFF auswählen
- Reiter Do Processing: Start Processing anklicken
Stacking mit Autostakkert
SUMMENBILD PRÜFEN UND FREISTELLEN MIT PASSENDEM PROGRAMM
- Gestacktes Summenbild mit passendem Programm öffnen
- z.B. mit IrfanView für das tif-Format
- Summenbild prüfen
- Falls seltsam, mit weniger Bildern nochmals stacken:
- Bilder am Anfang oder am Ende der Serie weglassen, nicht dazwischen
- Mond weitgehend freistellen (Bild beschneiden)
- Falls gedrizzelt, Bild um den verwendeten Drizzle-Faktor wieder verkleinern
- Beides erleichtert die folgende Arbeit
BESCHNITTENES SUMMENBILD MIT WAVESHARP SCHÄRFEN
- Das beschnittene Bild in waveSharp öffnen
- V.a. mit Regler des obersten Sharpenfilters experimentieren, bis Artefakte auftauchen
- Mit Histogrammreglern Helligkeit und Kontrast steuern
- Wieder speichern
Schärfen mit waveSharp
GESCHÄRFTES SUMMENBILD IN BILDBEARBEITUNGSPROGRAMM ÖFFNEN
- Letzter Schliff für das geschärfte Summenbild in favorisierter Bildbearbeitung
- Bild vielleicht auch etwas verkleinern
- Vielleicht etwas abdunkeln oder aufhellen
- Danach eventuell noch etwas mit diesem Programm nachschärfen
- Farbsättigung erhöhen - aber abbrechen, bevor sich ein Farbstich einstellt
Das Ergebnis
Beim Schärfen muss man einen erträglichen Kompromiss suchen: Ist man zu konservativ, gehen Details verloren. Übertreibt man, wirken manche Strukturen gekünstelt. Im Bild oben schauen Krater recht gut aus, dafür bekamen Mondmeere aber schon einen gemäldeartigen Touch.Mondmeere und Krater besitzen den selben Ursprung, entstanden alle beim Einschlag von Himmelskörpern. Die Meere entstammen besonders heftigen Impakten und wurden mit hochsteigendem Magma aus dem Mondinneren gefüllt. Wegen der leicht differierenden Zusammensetzung der Lavadecken sehen wir unterschiedliche Schattierungen von Grau. Die Fotografie hält außerdem Farbnuancen fest: Andeutungsweise gelingt dies auch dem Dwarf.
Die folgende Aufnahme gelang einen Monat später, nach endlosen Wochen mit Wolken und Nebel: Abbildung in Originalgröße.
Daten: Dwarf 3 Tele, Free Modus, VIS-Filter, 1/60 s bei 0 Gain (keine Verstärkung), Autofokus. 91 Einzelfotos, mit PIPP ruhig gestellt. Die 15% besten Fotos wurden mit Autostakkert gestapelt. Der oberste Regler von waveSharp besorgte das finale Schärfen.
Alle Angaben ohne Gewähr